SCI – Ottenbronn 6,5-1,5; Conweiler 3 – SCI 2 1,5-3,5

Ein sehr erfolgreicher Sonntag für beide Mannschaften des SCI! An insgesamt 12 Brettern ging keine einzige Partie verloren. David Jägle brachte unsere erste Mannschaft früh in Führung. Dem Remis von Michael Erhardt folgten dann weitere Siege von Andreas Wicker, Joachim Börner, Axel Wagner und Sascha Marinkov. Angesichts der uneinholbaren 5,5-0,5-Führung gaben Georg Austermann und Joachim Bartmann ihre Partien schließlich Remis.

Die zweite Mannschaft ließ noch weniger zu. Mit Daniel Weickenmeier und Robin Boos gelang beiden Nachwuchsspielern ein Sieg. Auch Sonya Zirkelbach konnte einen vollen Punkt einfahren. Michael Kemter steuerte ein Remis bei. Ein Brett ging kampflos an die Gastgeber.

Nach drei Spieltagen ist die erste Mannschaft verlustpunktfreier Tabellenführer der Bezirksklasse, die zweite Mannschaft belegt in der Kreisklasse B den dritten Platz.

Blitzturnier Bartmanns Beute

Unter den Teilnehmern des diesjährigen Vereinsblitzturniers waren einige ausgewiesene Blitzexperten. Um so überraschender, dass Joachim Bartmann ein Durchmarsch gelang. Er konnte alle Partien für sich entscheiden. Auf dem zweiten Rang landete Namensvetter Joachim Börner, der dritte Platz ging an Martin Gegenheimer.

Terminvorschau

Kurzfristig haben wir den Termin für unsere Vereinsblitzmeisterschaft auf den 27. November vorverlegt. Traditionell blitzen wir diesen Titel ja am letzten Übungsabend im Jahr aus, aber diesmal würde dieser Termin mit dem runden Geburtstag eines langjährigen Vereinsmitglieds zusammenfallen. Und warum nur einmal Spaß haben, wenn man auch zweimal Spaß haben kann? Am kommenden Sonntag, 30. November wird es dann aber wieder ernst. Die dritte Verbandsrunde steht an. Die erste Mannschaft empfängt Ottenbronn, die zweite Mannschaft fährt nach Conweiler.

Noël Studers 3×3-Methode zur Partie-Analyse

Der Schweizer GM Noël Studer hat eine einfache und effektive Methode zur Analyse eigener Schachpartien entwickelt, die er als "3×3-Methode" bezeichnet. Sie ist darauf ausgelegt, Überforderung zu vermeiden, sich auf die wichtigsten Momente zu konzentrieren und handfeste Lernpunkte für zukünftige Partien zu extrahieren. Basierend auf seinem YouTube-Video How To Analyze Your Chess Games (the simple way) fasse ich die Tipps hier zusammen:

Risiken der Partieanalyse

Noch nie hab ich je was von den Risiken der Partie-Analyse gehört, außer bei Studer. Er meint:
Zu den Risiken oder Fallstricken gehört nicht nur, daß man aus der Analyse gar nichts für die Zukunft lernt, sondern auch, daß man falsche Sachen lernt. Weitere Risiken sind Überforderung durch zu komplexe Prozesse, die dazu führen, dass die Analyse aufgegeben wird, sowie irreführende Tools wie der Game Review auf Chess.com, der teils verwirrende und unsinnige Ergebnisse liefert. Außerdem überfordern Game Review auf Chess.com oder Lichess.org den Nutzer durch zuviele Daten. Jede Kleinigkeit wird als Ungenauigkeit angestrichen.

Kern der 3×3-Methode

  • Schritt 1: Wähle drei Schlüssel-Momente aus der Partie aus.
    Das sind Positionen, in denen es zu großen Bewertungsschwankungen kam – z. B. wo die Engine eine starke Veränderung zeigt oder wo du intuitiv spürst, dass etwas schiefgelaufen ist. Ignoriere kleinere Ungenauigkeiten – fokussiere dich auf die entscheidenden Wendepunkte, die die Partie beeinflusst haben.
  • Schritt 2: Stelle zu jedem Moment drei "Warum"-Fragen.
    1. Warum habe ich diesen Zug gewählt? – Reflektiere deinen Denkprozess (z. B. Zeitdruck, Absicht oder Fehleinschätzung). Das hilft, mentale Muster zu erkennen.
    2. Warum ist mein Zug nicht optimal? – Nutze dein Hirn, eine Engine oder einen Trainer, um zu verstehen, was falsch war. Konzentriere dich auf menschliche Gründe, nicht nur auf Engine-Werte.
    3. Warum ist der bessere Zug besser? – Analysiere die Alternative und erkläre dir, warum sie überlegen ist. Spätestens hier mußt du dafür dein eigenes Gehirn einsetzen. Wenn du es nicht verstehst, überspringe es – besser keine falschen Lehren ziehen.
    4. Was kann ich in der Zukunft machen, so daß das nicht mehr passiert? Überleg dir ein „actionable takeaway“ oder umsetzbare Erkenntnis für die Zukunft.

Zusätzliche Tipps von Studer

  • Vermeide Überanalyse: Analysiere nicht die gesamte Partie oder jede Kleinigkeit. Die Methode ist bewusst kurz und fokussiert, damit du motiviert bleibst und schnell lernst.
  • Engine richtig nutzen: Verlasse dich nicht auf Tools wie Chess.com’s Game Review – diese geben oft irreführende KI-Kommentare.
  • Fokus auf die Zukunft: Die Analyse sollte nicht um Schuldzuweisung gehen, sondern um Verbesserung. Frage dich: "Was lerne ich daraus für die nächste Partie?"
  • Praktische Umsetzung: Spiele die Partie mit einer Engine nach, markiere die drei Momente und notiere die drei Antworte zu den drei Fragen. Das dauert nur 10–20 Minuten pro Partie.

Diese Methode ist besonders für Amateure geeignet, da sie einfach und zeitsparend ist. Wenn du mehr Details möchtest, schau dir das Video an – es enthält praktische Beispiele. Studer betont, dass konsistente Anwendung (z. B. nach jedem Spiel) zu spürbaren Fortschritten führt, ohne dich zu überfordern.

Niefern 2 – SCI 1 2,5-5,5; SCI 2 -Keltern 2 1,5-3,5

Die Bewährungsprobe in Niefern hat der SCI mit Bravour bestanden. Beide Spitzenteams der Bezirksklasse waren gut aufgestellt, so dass ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten war. Als erster war Joachim Börner fertig. Er nahm das Remisangebot seines Gegners an, nachdem er am Nachbarbrett gesehen hatte, dass Sascha Marinkov seinen Kontrahenten matt setzen würde. So kam es dann auch. Niefern konnte aber ausgleichen, nachdem unser Brett 8 im Endspiel mit Mehrbauern einen Läuferspieß übersah, der einen Springer kostete. Als sich an den übrigen Brettern ein Übergewicht für den SCI abzeichnete, einigte sich Axel Wagner mit seinem in Zeitnot befindlichen Gegner auf Remis. Joachim Bartmann brachte uns wieder in Führung. Georg Austermann steuerte ein Remis bei, bevor auch Michael Erhardt und Andreas Wicker nach zäher Gegenwehr ihre Partien erfolgreich beendeten. Die Tabellenführung ist damit verteidigt, doch die Saison ist noch lang!
Unsere zweite Mannschaft ging mit drei Routiniers und zwei Jugendlichen optimistisch an den Start. Gegen unerwartet stark aufgestellte Gäste gelang den drei Routiniers jedoch insgesamt nur ein Remis durch Michael Kemter. Der einzige Sieg sprang für Nachwuchshoffnung Dion Schendel heraus. Der dritte Tabellenplatz lässt noch alles offen. In der Kreisklasse B scheint alles möglich, schon nach zwei Spieltagen ist kein Team ist mehr verlustpunktfrei.