J. R. Capablanca – G. A. Thomas

Unsere Oktober-Beamer-Vorführung fand bei reger Beteiligung am letzten Donnerstag statt, denn das war der erste Donnerstag im Monat.

Wir haben uns eine Partie J. R. Capablanca gegen G. A. Thomas
angeschaut. Capablanca war Weltmeister – wie wohl alle Schachspieler wissen -,
Thomas zweimal britischer Meister im Schach. Und außerdem 21 mal
Gewinner der All-England Meisterschaft im Badminton. Aber das nur
nebenbei. 😉

Ein typisches Capablanca-Spiel, bei dem er mit für uns Normalsterbliche kaum sichtbarem Vorteil in ein Endspiel abgewickelt hat – hier in eins mit verschiedenfarbigen Läufern und nur einem Mehrbauern.

Das Spiel wurde gespielt in Hastings, 1929-1930, und es ist die Nummer 50 aus dem hervorragenden Werk Capablanca’s Best Chess Endings von Irving Chernev.

Trainiere Schachs und Schlagzüge mit Vue-Chess-Guardian

Eine wesentliche Eigenschaft eines guten Schachspielers ist es, mögliche Schachs und Schlagzüge schnell und zuverlässig zu erkennen. Das klingt billig, ich weiß. Aber in der Tat, mir scheint auf unserem Level hat ein Großteil aller taktischen Möglichkeiten mit Schachs, Gardez und Schlagzügen zu tun. (Dazu ein andermal mehr.)

Jedenfalls, man kann das Erkennen von Schachs, Schlagzügen und überhaupt möglichen Zügen auf Vue-Chess-Guardian trainieren.

Wenn man die Seite aufmacht, fragt der einen nach einem Chess.com Nutzername und wenn man einen dort existierenden Namen angibt (es muß nicht der eigene sein, es geht zB auch hikaru), erzeugt das Teil die Positionen aus den Spielen, die der dort gemacht hat.

Braucht man aber nicht, man kann auch einfach unten auf Default positions klicken, dann nimmt er halt irgendwelche Positionen.

Und der fragt dann einfach nach der Anzahl der möglichen Schachs, Schlagzüge oder überhaupt möglichen Züge in einer Stellung. Erstaunlich, wie oft man doch Züge übersieht.
Die Seite ist komplett in Englisch, aber man muß nicht mehr wissen als

How many checks moves black has? Wie viele Schachs hat Schwarz?
How many capture moves black has? Wie viele Schlagzüge hat Schwarz?
How many legal moves white has? Wie viele mögliche Züge hat Weiß?
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Puzzle Rush auf Chesscup.org

In den Schachforen liest man immer mal wieder über Puzzle Rush, das sei so toll zum Taktik trainieren. Jeder macht es, vom Anfänger bis zum GM. Was ist Puzzle Rush?

Puzzle Rush: Löse in 5 Minuten möglichst viele Taktikaufgaben, die leicht anfangen und immer schwerer werden, nach drei Fehlern ist Schluß.
Die fangen wirklich leicht an. Die ersten drei oder so sind meist einfach hängende Figuren zum weghauen. Kann jeder!

Das ist alles – es ist simpel, aber es hat Suchtpotential. („Nur noch ein Versuch…, ich kann doch bestimmt die 10 knacken…“)

Und es macht Spaß.

Erfunden wurde Puzzle Rush von der kommerziellen Schachseite Chess.com und bis vor kurzem konnte man das nur dort machen. Man brauchte dort eine Anmeldung und angeblich ist die Seite mit Werbung zugepflastert. Ich habe es nie dort ausprobiert, habe dort auch kein Konto.

Nun gibt es aber seit ungefähr Anfgang Mai 2020 auch eine Seite, wo man Puzzle Rush für umme, ohne Anmeldung und ohne Werbung spielen kann: Chesscup.org. Die Seite ist zwar in englisch, aber mehr als Start braucht man nicht zu verstehen.

Wenn du Lust hast, kannst du dich anmelden und dann merkt sich die Seite deinen persönlichen Hiscore und du erscheinst in einer Hiscore-Liste. Aber du brauchst dich nicht anzumelden zum Ausprobieren oder Puzzle Rush Spielen.

Mein Hiscore vom 7.5.20 ist 17. Wie weit kommst Du?

Endspieltraining bei Chesstempo

Es gibt wenige mir bekannte Seiten im Internet, wo man einigermaßen vernünftig Endspiele trainieren kann. Eine davon ist Chess Tempo.

Man kann dort Endspiele mit bis zu 5 Figuren gegen den Computer trainieren und erhält eine Endspiel-Wertungszahl. Die Aufgaben sind dadaurch immer dem eigenen Niveau angemessen.

Es gibt zwei verschiedenen Modi: Theorie und Praxis. Der Theorie-Modus ist nicht verwendbar, denn dort gilt eine Aufgabe immer dann als ungelöst, wenn man von der kürzesten Lösung abweicht. Da kann ein normaler Spieler nicht mal König+Dame gegen König lösen.
Beim Praxis-Modus gibt es verschiedene Bewertungen, je nachdem wieviel Züge man für eine Aufgabe gebraucht hat. Das ist verwendbar, auch wenn mir persönlich ein Modus lieber wäre, in dem es nur drauf ankäme ob gelöst oder nicht.

Sehr gut: Man muß eine Aufgabe fast nie bis zum Matt ausführen, sondern meist nur bis zum nächsten großen Schritt, z.B. bis zur Bauernumwandlung oder bis dahin, wo man dem Gegner seinen letzten Bauern wegnimmt.

Nicht so gut: Man ist bei allen Aufgaben auf der Gewinnerseite. Es gibt keine Aufgaben, bei denen das Ziel Remis halten ist.

Chess Tempo ist eine komplette Schach-Seite, man kann dort auch gegen Mensch oder Maschine spielen oder Eröffnungen oder Taktik trainieren. Manche Funktionen sind allerdings nur für zahlende Mitglieder verfügbar.

  • Werbefrei, aber Registrierung nötig
  • Deutsch
  • Handy-App verfügbar. Die allerdings bis jetzt ohne Endspieltraining.
  • Man kann als nicht-zahlendes Mitglied maximal 2 Endspieltrainings am Tag machen.

Aber auch mit zwei Übungen am Tag – dauert nur ein paar Minuten – kommt man vorwärts und kann seinen stetigen Fortschritt in einer Wertungsgrafik anschauen.

Mein Urteil: Was Endspieltraining mit wenigen Figuren angeht, das beste kostenlose Angebot im Netz was ich bisher gefunden habe.

Nachtrag, 12.5.20: Seit kurzem gibt es auch einen dritten Modus neben Theorie und Praxis. Der heißt Benchmark und verspricht vernünftiger zu funktionieren als die anderen beiden. Die Bewertung hier erfolgt nicht danach, wie nah deine Lösung an der theoretischen Lösung ist, sondern danach, wie nah deine Lösung an der Lösung der anderen Benutzer ist.

Schachtaktik von Ward Farnsworth

Unter www.chesstactics.org findet man die Schachtaktik-Seite von Ward Farnsworth.

Die Seite besteht im Prinzip aus zwei Teilen.

1. Im ersten Teil erklärt er in Worten anhand von vielen Hunderten von Beispielen wie man Schachtaktiken sucht und findet.

Dies tut er sehr ausführlich – allein zum Thema Springergabeln hat er rund Hundert Beispiele und alle werden mit viel Text erklärt.

Dies tut er sehr geordnet – bei den Springegabeln geht das von einzügigen Springergabeln bis zu vielzügigen Kombinationen in denen irgendwo eine Springerabel vorkommt.

Genauso für Dutzende andere Motive.

2. Der zweite Teil ist ein Trainer: eine Reihe von Rätseln, die ohne Lösungen gezeigt werden und mit denen man üben kann: Chess Quizzer

Man kann eine zufällige Stellung oder eine Stellung mit einem bestimmten Thema ausprobieren. Der Trainer erlaubt, nach einem Hinweis zu fragen, wenn man nicht weiterkommt oder die Antwort zu sehen.

Mein Urteil:

  • Schachtaktik hervorragend erklärt.
  • Ich habe schon viel draus gelernt und tue das weiterhin.
  • Auch für Anfänger geeignet.
  • Für Spieler, die besser sind als ich, vermutlich zu ausführlich.
  • Die Seiten sind gut mit PC oder Handy nutzbar.
  • Kostenlos, ohne Werbung und funktioniert ohne Registrierung.
  • In Englisch.