Emanuel Lasker – Frank Marshall

wie jeden ersten Donnerstag im Monat durften wir uns auch am 2. Juni eine Partievorführung ansehen. Diesmal vorgeführt von Sascha, der uns eine der Weltmeisterschafts-Partien von 1907 zwischen dem deutschen Weltmeister Emanuel Lasker und Herausforderer Frank Marshall aus den USA zeigte. Der gestandene Virtuose gegen einen jungen Heissporn. Ausgesucht hat Sascha eine technisch hochwertige Partie die durchweg nachvollziehbar und sehr lehrreich ist.

Frank Marshall

 


Frank Marshall soll mal folgendes gesagt haben: „Ich spiele seit über 50 Jahren Schach. Ich begann im Alter von zehn Jahren, und ich spiele immer noch gut. In all der Zeit ist glaube ich kein Tag vergangen, an dem ich nicht wenigstens eine Partie gespielt hätte – und ich genieße es immer noch wie am Anfang.“

Seniorenmeisterschaft in Bad Herrenalb

Vom Freitag, 8. Juli bis Freitag, 15. Juli 2022 findet in Bad Herrenalb die 7. offene Baden-Wüttembergische Senioren-Einzelmeisterschaft im Schach statt, mit Klassen Ü50 und Ü65.

Hier ein schöner Flyer dazu.

Gespielt werden 9 Runden Schweizer System und man hat in den ersten 4 Runden die Möglichkeit ein „Bye-Remis“ zu nehmen, was ein spielfreies Remis ist, wenn ich es recht verstehe. Man braucht also an keinem Tag mehr als ein Spiel zu machen.
Bedenkzeit ist 90 Minuten/40 Züge und 30 Min./Rest der Partie + 30 Sekunden pro Zug ab erstem Zug (Fischer-Modus).

Das Turnier wird nach DWZ und Elo ausgewertet.

Englisch – Steinitz, London 1883

Wilhelm Steinitz

Gestern war der erste Donnerstag im Monat und wir haben uns (wie jeden ersten Donnerstag im Monat) gemeinsam ein Spiel mit Computer und Beamer angeschaut. Die Partie wurde 1883 zwischen Berthold Englisch und Wilhelm Steinitz ausgetragen. 

 

Sie wird auch heute noch als ausgezeichnetes Modell für die Kraft des Läuferpaars und den Kampf gegen den Springer angesehen.  Bis fast zum Schluß herrscht auf dem Brett Materialgleichheit, aber Steinitz treibt den feindlichen Springer immer weiter in die Hilflosigkeit. Ein unbedingt sehenswertes Spiel.   Es ist die 17. Partie im hervorragenden Buch Die Meister des Schachbretts von Richard Réti.

Man findet auch kommentierte Videos darüber auf Youtube, die sind derzeit wohl alle auf englisch. Das am besten verständliche ist glaube ich das hier von GM Sune Berg Hansen, da er recht langsam redet und sein englisch einen netten, deutsch klingenden Akzent hat. Wer am Donnerstag nicht dabei war, anschauen!

 

Puzzle Streak bei Lichess

Ich habe schon mal über  Puzzle Rush auf Chesscup geschrieben und die ähnliche Funktion Puzzle Storm auf Lichess.  Bei beiden kann man immer schwerer werdende Taktikrätsel lösen; bei beiden hat man dafür

nur wenig Zeit, so daß man sich schnell gehetzt fühlt. Das kann einem den Spaß dabei verderben.

Lichess hat Abhilfe geschaffen. Es gibt dort jetzt Puzzle Streak: Auch hier kriegt man Taktikrätsel, die immer schwerer werden. Aber es gibt keine Zeitbeschränkung, es ist also eine gemütliche Sache. 

Macht Spaß! Ausprobieren!

Ungedeckte Figuren sterben

John Nunn hat in seinem Buch „Secrets of Practical Chess“ (deutscher Titel: „Schachgeheimnisse“) den Satz „Loose pieces drop off“ verbreitet und die dazugehörige Abkürzung LPDO. In der englischsprachigen Schachwelt ist das ein gängiges Akronym.

Frei übersetzt heißt LPDO: Ungedeckte Figuren sterben.   Im Buch meint Nunn, daß das auch für ziemlich hochklassige Spieler gilt, er spricht von einem Schnellpartien-Wettkampf über 100 Partien mit einem 2300er und alles was entscheidend war, war LPDO.

Das Diagramm rechts zeigt ein Beispiel aus Nunns Buch, aus einer Partie von Larry Christiansen – Anatoli Karpow, gespielt 1993 in Wijk aan Zee.   Karpow zog hier Ld6 und nach dem nächsten Zug vom verblüfften Christiansen gab Karpow auf. Findest Du den Zug?

Natürlich sterben nicht immer alle ungedeckten Männlen. Aber oft, oft fallen solche einer Taktik zum Opfer. Die eigenen wie die fremden.

Für jeden Schachspieler jeglicher Stärke ist es deshalb unbedingt von Vorteil bei jedem Zug zu wissen, wo die Ungedeckten sind. Die feindlichen wie auch die eigenen.

Und lange hab ich eine Methode gesucht, wie man genau nur das trainieren kann: Ungedeckte Figuren sehen. Und habe sie kürzlich gefunden.

Es gibt im Netz das Loose-Piece-o-Tron.

Das ist vollkommen simpel: Man bekommt eine Stellung präsentiert und muß einfach nur alle ungedeckten Figuren und Bauern anklicken. Anfangs läuft oben eine Zeit runter, aber die kann man getrost ignorieren. Sobald man einmal die Zeit überschritten hat hört das auf, und man kann dann einfach ohne Zeit stressfrei weitermachen.

Unten steht immer, wieviele ungedeckte Figuren und Bauern noch fehlen in dieser Stellung. Und wenn man alle gefunden hat, kommt die nächste Stellung.

Man braucht keine Anmeldung, kein Login und Werbung gibt es auch keine auf der Seite.