Jürgen und Turkmenistan

Jürgen, der Schachstratege ist ein starker Spieler mit DWZ um 2150 und sehr aktiver und sympathischer deutscher Schach-Youtuber im besten Alter, dessen Videos ich besonders gern angucke.

 

Er spricht in einem Tempo, bei dem auch ich noch mitkomme und erklärt gut. Besonderes Augenmerk legt er oft auf die Bauernstruktur und damit zusammenhängende strategische Ideen.

Wenn man mal eine Frage zu einem Video hat, kann man im Youtube eine Frage unter das Video setzen oder auch ihn auf Lichess anschreiben und in der Regel gibt er auch Antwort.

Bei Lichess ist er Teamleiter des Teams Die Schachstrategen. Dort veranstaltet er auch öfters mal ein Simultan – wenn man in seinem Team ist, kriegt man mit, wann.

Turkmenistan?

Was hat es nun mit Turkmenistan auf sich?

In irgendeinem seiner Videos erwähnte er die Eselsbrücke Turkmenistan für die Endpielbehandlung, die mir seither im Kopf ist.

TurKMenistan steht für Türme aktiv – König aktiv – Material.
Das soll die Reihenfolge der Wichtigkeit der Dinge im Endspiel darstellen.

Schachturniere finden

Wer Lust verspürt, mal an einem Schachturnier teilzunehmen, der kann in der Zeitschrift Schach in Baden fündig werden. Die Zeitung wird vom Badischen Schachverband herausgegeben und man kann die im Internet kostenlos angucken. Da: Schach in Baden

Auszug:
Bruchsaler Gruppenturnier: 3.-5.9.21
Ankerturnier Simmersfeld: 10.-12.9.21,
Noch ein Ankerturnier Simmersfeld: 4.-8.10.21,
Heidelberger Schachherbst: 29.10.-1.11.21

Alle Eröffnungen für mittelmäßige Spieler einsorTIERt

GM Hikaru Nakamura und IM Levy Rozman haben drei Videos gemacht, jedes zwischen einer dreiviertel und einer Stunde lang, in denen sie dutzende Eröffnungen kurz zeigen und in eine sogenannte TIER LIST einsortieren. Ha – wahrscheinlich kommt der Name TIER LIST vom einsorTIERen. Jedenfalls ganz interessant anzugucken.

Die am weitesten oben stehen seien am brauchbarsten für mittelmäßige Spieler. Das ist das Endergebnis, leider schlecht zu lesen.

Und das sind die Videos für mittelmäßige Spieler. In Englisch. Ähnliche Videos von denen gibt es auch für Anfänger und GMs.



Computer-Bewertung einer Stellung erzählt nur einen sehr kleinen Teil der Geschichte

Ich sage ja schon lange, daß die Computer-Bewertung einer Stellung für die Praxis oft irreführend ist. Auch unser tschechischer Trainer Jiri hat das schon öfters erwähnt.

Nun habe ich auch Unterstützung von Großmeister Daniel Naroditsky gefunden, der es in diesem Video ab Minute 19:10 ebenfalls sagt.

„Computer evaluation tells a very small part of the story … You need to judge a position based on the difficulty of moves that one has to find.“

Da hilft es auch überhaupt nicht, wenn man den Computer länger rechnen läßt. Nein, dadurch wird der Fehler eher schlimmer.

Der Grund, warum die Computer-Bewertung oft irreführend ist:  Der Computer bewertet die Stellung unter der Hypothese, daß zwei Computer mit ELO 3000 oder mehr gegeneinander spielen. Wir müssen Stellungen bewerten, unter der Hypothese, daß zwei Menschen mit ELO 1000-2000 gegeneinander spielen.   Wir Menschen können viele schwierige Züge halt nicht finden oder nur zufällig.

Ich habe auch noch einen weiteren Beweis gefunden. Die Lichess-Eröffnungs-Datenbank. Gibt man dort zB e4 e5 f4 exf5 ein, also das angenommene Königsgabit, schaltet die Engine und das Eröffnungsbuch gleichzeitig an und stellt am Zahnrädle für das Buch ein, daß die Rapid und Classical-Partien der Lichess-Spieler von 1800-2200 betrachtet werden, erhält man dieses Bild:

Aus der Tabelle rechts unten erhält man für den Zug 3. Sc3 eine Statistik von 58% zu 38%, d.h. Weiß gewinnt mit diesem Zug 58% der Partien und verliert 38%. Die 4% Differenz zu Hundert sind remis. Das ist superstark, es gibt wenige Eröffnungen mit so deutlicher Differenz.

Gleichzeitig ist die Bewertung der Engine bei Tiefe 47 für Sc3 = -0.9, was landläufig als 1 Bauer schlechter für W interpretiert wird und darin sind alle Kompensationen schon einkalkuliert. Das wäre also schon sehr deutlicher Nachteil für Weiß.

Aber die Statistik beweist tatsächlich, daß Weiß bei Spielern auf unserem Niveau im Vorteil ist.

Ich könnte noch diverse weitere logische Beweise anführen, daß die Computerbewertung für unsereins mehr oder weniger Mist ist, aber will es dabei belassen.

Repertoire für Schwarz nach 1. e4 e5

Wer mit Schwarz 1. e4 e5 spielt, hat das Problem daß er auch jenseits der spanischen Tortur mit vielen verschiedenen starken Erwiderungen von Weiß rechnen muß, zB

  • Italienisch mit c3
  • Italienisch mit d3
  • Evans Gambit
  • Schottisch
  • Schotisches Gambit
  • Königsgambit
  • Göringsgambit
  • Wiener Partie
  • Wiener Gambit
  • Läuferspiel

Christof Sielecki ist ein deutscher IM, der bei Youtube als Chessexplained bekannt ist und auch international einen sehr guten Ruf genießt. Er hat eine Serie von Videos veröffentlicht, die zusammen ein Repertoire für Schwarz nach 1. e4 e5 ergeben. In Englisch, aber gut verständlich.