Wanderung am Vatertag

Durch krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle wurde die Anzahl der Wanderer deutlich reduziert – obwohl der eine oder andere angeschlagen mitwanderte: sechs Teilnehmer, darunter ein Neuer, der sich natürlich sogleich mit der Wildschwein-Thematik befassen musste und erschüttert feststellte, dass wir uns in Ermangelung einer Saufeder eigentlich alle in latenter Lebensgefahr befänden. Glücklicherweise war dann aber das einzig Außergewöhnliche, das die Natur für uns bereit hielt, ein kapitaler Schwarzspecht, der uns ein Stück unseres Weges nach Auerbach begleitete. Im Wind wogende Hochstämme lösten philosophische Betrachtungen aus, die gut und gerne für wenigstens zwei Physik-Nobelpreise ausgereicht hätten, dann aber aufgrund der sportlichen Lage des kleinen Vereins – der es sich schlichtweg nicht leisten könnte, während der Hochsaison Vertreter nach Stockholm zu entsenden – wieder verworfen wurden.

In Auerbach angekommen mussten wir feststellen, dass die Plätze an der Sonne allesamt vergeben waren und wir uns mit Tisch Nr. 101 begnügen mussten – die anderen 100 Tische teilten sich die beiden Bedienungen schiedlich-friedlich. Nachdem wir uns selbst versorgt hatten, startete der ortsansässige Musikverein auch gleich ein Udo-Jürgens-Medley, um mit makabren Liedern den Kuchenverkauf anzukurbeln. Dabei kam die 1 Million-Euro-Frage auf, welche Dame den Schlager „Aber bitte mit Sahne“ schlussendlich überlebte:

A) Mathilde B) Ottilie C) Marie oder D) Liliane

Möööp – keine hat’s ganz geschafft, aber Liliane hielt zumindest am längsten durch: wichtig zu wissen, falls man mal zum Telefonjoker verdonnert wird …

Auf dem Heimweg fühlte sich mancher Expeditionsteilnehmer durch das Blätterrauschen im Wald und die salzgeschwängerte Luft (der menschliche Körper kann gut gesalzene Pommes nur zu einem gewissen Prozentsatz verarbeiten, das Restsalz wird mit der Atemluft ausgeschieden) an die Meeresküste versetzt.

Im Industriegebiet kam es dann zu einer kleinen Sensation: obwohl nur eine Steinwurfweite entfernt, ließen die Schachclub-Wanderer doch tatsächlich eine mögliche Station aus, um möglichst schnell zu Martins Geburtstagsfeier zu kommen, wo sich dann auch sämtliche Erkrankte – oder zumindest deren Partner – einfanden, weshalb sich Geburtstagsglück- und Genesungswünsche nahezu die Waage hielten.

Wanderung am 1. Mai

Die Wanderungen des SCI werden immer beliebter: obwohl durchwachsenes Wetter sowie eine 20 km-Strecke angekündigt waren, machten sich 10 Unentwegte am Sonntagmorgen auf den Weg und wurden gleich Zeuge eines überdimensionierten Maischerzes – denn ein Unbekannter hatte sich doch tatsächlich die Mühe gemacht, eine genmanipulierte Kuckucksuhr im Langensteinbacher Wald zu verstecken, die ununterbrochen die volle Stunde verkündete.

An der ersten Station angekommen – der St. Barbara-Ruine – stärkten wir uns zunächst und bewunderten sodann die Leistung des Ruinenbauers – wohl einer der anspruchsvollsten Berufe überhaupt, der nicht von ungefähr heutzutage als ausgestorben gilt. Wieviele Diskussionen mit den Bauherren waren wohl notwendig („Lasse ich dieses oder jenes Fenster unvollendet, ziehe ich die Mauer noch einen halben Meter höher oder nicht ?“), bis die Ruine endgültig ihre heutige Form erhielt !

Nun machten wir uns auf nach Busenbach, wo der dortige Fußballclub ein Maifest anbot. Aus ermittlungstaktischen Gründen die Waldbronner Wohnbebauung weitestgehend meidend, kamen wir von der Waldbronner Bevölkerung so gut wie unbeachtet bei dem von der Waldbronner Bevölkerung ebenfalls so gut wie unbeachteten Fest an. Abermals stärkten wir uns.

Das nächste Ziel lag in Etzenrot, wo die örtliche SPD mit leichter Verspätung ihre Wahlkampfsonnenschirme präsentierte. Hätte man die Veranstaltung vor der Landtagswahl durchgeführt, die Stadtilmer Bratwurst hätte locker das Direktmandat geholt. Auch sonst war an der Wiesenfesthalle allerhand geboten und wir konnten endlich das Rätsel lösen, woher wohl der Ausdruck „rotieren wie ein Waldbronner Karussell-Kind“ stammt. Dann verließen wir die Lokalität in Richtung Spielberg nicht ohne uns zuvor zu stärken.

Die Erinnerung ans Spielberger Feuerwehrfest beschränkt sich darauf, dass dort Livemusik geboten wurde und wir uns erneut stärkten.

Zwar wunderten wir uns, warum auf keiner der bisherigen Stationen Wildschweinbraten angeboten wurde, den Grund dafür erfuhren wir beim Nachhausemarsch durch den Spielberger Wald in quicklebendiger Form, denn nicht weniger als vier Exemplare dieser Gattung kreuzten unseren Weg, was schlagartig für Ernüchterung sorgte.

Auf diesen Schreck beschlossen wir, die Ernüchterung im „Rössle“ erfolgreich zu bekämpfen und die verbrauchten Kalorien (und vielleicht noch ein paar mehr) wieder zu uns zu nehmen.

Die Vollwanderer – und die meisten wanderten voll – kamen letztendlich nach 9 Stunden auf schlappe 21 Kilometer und freuen sich bereits auf den nächsten SCI-Wandertag am Vatertag.

Maiwanderungen

Wieder stehen die traditionellen Maiwanderungen des Schachclubs bevor: am 1. Mai treffen wir uns um 10:00 Uhr an der Endschleife (AVG-Haltestelle Rathaus Ittersbach). Die Wegstrecke wird ca. 20 km betragen, weicht aber – Überraschung ! – von der traditionellen diametral ab. Umwege unterwegs (im Volksmund: „Abkürzungen“) sind einzuplanen !

Der Spielplan des Bad. Schachverbandes sieht eine „englische Woche“ vor, denn er hat den Vatertag bereits auf den 5. Mai gelegt ! Treffpunkt an der selben Stelle, aber erst um 10:30 Uhr, da die Wegstrecke nur ca. 13 km betragen wird und lediglich den Auftakt bildet, um – wie es sich für einen 5.5. gehört – den 55. Geburtstag eines verdienten Mitglieds standesgemäß zu begehen.

SCI 1 – SK Eutingen 1 5,5:2,5

Mit großer Spannung wurde der Auftritt des Absteigers aus Eutingen erwartet, hätte er doch durch einen Sieg noch an uns vorbeiziehen und und sich den Aufstieg sichern können. Kurzen Prozess machte Martin Gegenheimer mit seinem Gegner und stellte schnell auf 1:0. Das nächste Spiel, das zu Ende ging, gewann leider der Gegner. Dieses 1:1 prangte nun lange Zeit an der Anzeigetafel, denn an den verbliebenen Brettern wurde hart gerungen. Als Andreas Wicker, Uli Wicker und Axel Wagner ihre Gegner bezwungen hatten und Joachim Bartmann zur Sicherstellung des Mannschaftserfolgs Remis gab, war der Bann gebrochen. Wer nun aber geglaubt hatte, Eutingen würde sich als fairer Verlierer zeigen, sah sich bitter getäuscht: aufgrund einer gleichzeitig stattfindenden Chorprobe der Gesangsformation Sing & Swing fühlte sich einer der Gegner unzumutbar lärmbelästigt und legte offiziell Protest gegen die Spielwertung ein.

Auch wenn dadurch ein kleiner Fernet-Tropfen in den Schorlebecher fiel, wollte die Mannschaft nichts anderes als schnellstmöglich losziehen, um „vorsichtshalber“ schon mal den Aufstieg zu feiern. Ging aber nicht, denn der bereits abgereiste Gegner hatte an Brett 6 noch ein Relikt zurückgelassen, das unbedingt gegen Sonya Zirkelbach gewinnen wollte, auch bereits ihr Remisangebot abgelehnt hatte. Doch Verkniffenheit ist selten eine Lösung. Es kam wie es kommen musste: er machte einen Fehler, den Sonya prompt zum Sieg nutzte und er musste seiner Mannschaft als geschlagener Mann hinterherreisen. Glückwunsch, Sonya, zum dritten Sieg in Folge !

Auch wenn wir nun mit der offiziellen Aufstiegsfeier noch warten müssen, bis über den Protest – dem aber von unserer Seite keine große Chance eingeräumt wird – entschieden wurde, so bleibt mit dem hohen 5:5:2,5-Erfolg und dem derzeitigen zweiten Tabellenplatz ein Achtungserfolg, den man weder vor der Saison noch nach dem ersten Spiel, erwarten konnte.

Spieler der Saison

Auch wenn etliche Spieler des Schachclubs Ittersbach eine herausragende Saisonleistung geboten haben, einer stach doch noch ein bisschen mehr heraus: Axel Wagner, der in allen acht Partien ungeschlagen blieb, sieben davon gewann und somit 7,5 Punkte aus 8 Spielen holte. Hier präsentiert er den König seines letzten Gegners.